Athos - Agion Oros
Der östliche Finger der Chalkidiki, Agion Oros, ist wohl
einzigartig in Europa. Auf Athos fühlt man sich oft um hunderte Jahre in der
Zeit zurückversetzt. Dabei ist es gar nicht so leicht die Mönchsrepublik zu
besuchen. Alles weibliche ist nicht erlaubt. Als Frau kann man sich auf
Bootsrundfahrten der Küste nur bis auf 500 m nähern. Männer müssen sich zuerst
um eine Genehmigung im Pilgerbüro in Saloniki oder in Ouranopolis bemühen. Pro
Tag sind 140 Orthodoxe Gläubige aber nur 14 nicht "Rechtgläubige" (also röm.
Katholische) erlaubt .Die Genehmigung gilt für 4 Tage. Nachdem man sein
Diamonitrion erhalten hat gibt es nur den Zugang mit dem Boot von Ouranopolis
nach Daphne. Daphne ist der Hafen des Heiligen Berges. Seit 800 Jahren leben
Mönche auf Athos. Die Byzantinischen Kaiser unterstützten die Gründung von
Klöstern auf Athos. Verschiedene Dekrete setzten den legalen Status fest. Das
bekannteste Dekret besagt das Frauen, weibliche Tiere (außer Hennen) und
Bartlose (gilt nicht mehr) keinen Zutritt haben. Den Höhepunkt der klösterlichen
Macht ist lang vorbei. Heute gibt es noch 20 Klöster auf Athos. Die Klöster
verwalten sich selbst, sind teilweise von Steuern befreit, und bekommen einiges
an EU Fördermitteln. Nach außen hin werden sie vom griechischen Staat vertreten.
Von Daphne aus gibt es mehrere Möglichkeiten den Heiligen Berg zu besichtigen.
Von Daphne aus entlang der Küste Richtung Agia Anna . Man kann an den
verschiedenen Schiffsanlegestellen der Klöster aussteigen und Teile oder den
ganzen Küstenpfad zu Fuß zurücklegen. An dieser Route liegen die
spektakulärsten und schönsten Klöster des Berges. Pro Kloster ist nur eine
Übernachtung möglich.(offiziell) Die Klöster schließen ihre Tore bei
Sonnenuntergang. Eine gute Planung ist daher nötig. Von Agia Ana kann man den
Gipfel des Athos besteigen oder den Pfad durch die Wildnis der Südspitze bis
Megisti Lavra nehmen. Von dort über Karies zurück nach Daphne. Ebenso wäre der
Weg von Daphne nach Karyes und an die Klöster an der Ostküste oder an die
Klöster nördlich von Karyes möglich. Das Netzwerk der alten byzantinischen
Pfade, soweit sie nicht zugewachsen sind, ermöglicht viele alternative Routen.
Die "Moderne " hat in den letzten Jahren auch Athos erreicht. Viele neue Wege
wurden gebaggert, alte Pfade sind verschwunden, Landrover sind die
Dienstfahrzeuge der Äbte, es wurde und wird viel gebaut, aber die den Europäern
fremde Lebens und Denkweise ist geblieben. Viele Regeln sind für nicht
"Rechtgläubige " schwer zu verstehen und der Aberglaube feiert fröhliche
Urstände. Damit muss und kann man sich abfinden. Die Landschaft und die
Architektur sind wunderschön und einzigartig und entschädigen für alles. Zu
empfehlen wären gutes Kartenmaterial, Proviant und Wasser, Gelsenmittel, und
eine gute Kondition. Die beste und genaueste Karte ist von Reinhold Zwerger ,
einem profunden Kenner des Athos . Es gibt auch eine griechische "Road Edition"
Karte die aber ihr Geld nicht wert ist Nov.
02 update april 08
Das Pilgerbüro ist in die Egnatia 109 in Saloniki umgezogen. Das ist in der
Nähe des Galerius Bogens. Leute die schon mal auf Athos waren brauchen nur mehr
ins Büro nach Ouranopolis. Die Fähre legt um 09 45 nach Dafni ab. Von dort geht
die kleinere Agia Anna um 0100 bis nach Kavskovalia und zurück. Man kann
jetzt auch Taxis (Kleinbusse ) mieten und so fast jedes Kloster erreichen. In
Karyes gibt es einen Geldautomaten, Gasthäuser mit Zimmern, eine Bäckerei und
Geschäfte. Die alten Pfade von der Lavra bis zur Skite Agia Annis sind gut
beschildert. Als Einzelreisender kommt man in den meisten Klöstern ohne
Voranmeldung unter. Einen Tag vorher anrufen kann aber nicht schaden..
update april 08